{"id":10051,"date":"2015-10-12T15:17:28","date_gmt":"2015-10-12T15:17:28","guid":{"rendered":"http:\/\/bure3iqeqde7ynpluyuubochndt33wwsbkmo7kgf32bmli4zigjwvzid.onion\/?p=10051"},"modified":"2022-11-18T15:18:28","modified_gmt":"2022-11-18T15:18:28","slug":"bure-atomklo-fur-immer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bureburebure.info\/de\/bure-atomklo-fur-immer\/","title":{"rendered":"Bure: Atomklo f\u00fcr immer?"},"content":{"rendered":"<p><em>Artikel von <a href=\"https:\/\/blog.eichhoernchen.fr\/post\/bure-atomklo-fuer-immer\/\" rel=\"home\">Eichh\u00f6rnchen l&#8217;\u00e9cureuille<\/a><\/em><\/p>\n<div class=\"entry-content\">\n<h4>Herausforderungen und Perspektiven f\u00fcr den Widerstand gegen das Atomm\u00fclllagerprojekt in Bure<\/h4>\n<p><em><a href=\"http:\/\/www.graswurzel.net\/402\/\">Eichh\u00f6rnchen-Artikel, zuerst in der Zeitschrift GWR 402 von Oktober 2015 erschienen<\/a><\/em><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.eichhoernchen.fr\/public\/Bilder-fuer-Artikeln\/Bure\/barbouille.jpg\"><img decoding=\"async\" title=\"Bure Protest aaa-West 2005, sept. 2014\" src=\"https:\/\/blog.eichhoernchen.fr\/public\/Bilder-fuer-Artikeln\/Bure\/.barbouille_s.jpg\" alt=\"\"  class=\"img-fluid\" \/><\/a>Anfang August 2015 fand in der N\u00e4he von Bure, im franz\u00f6sischen Lothringen, ein gut besuchtes internationales antikapitalistisches Antiatomcamp statt. Ein Zusammenschluss von ca. 60 AktivistInnen aus diversen sozialen und \u00f6kologischen politischen Bewegungen hatte die Idee des Camps ins Leben gerufen und die Gegend von Bure ausgew\u00e4hlt, um den Widerstand gegen CIG\u00c9O, das geplante Atomm\u00fcllendlager, bekannter zu machen. Bis zu 800 AktivistInnen schlugen ihre Zelte auf einem gro\u00dfen Feld am ehemaligen Bahnhof von Lum\u00e9ville auf. Das Grundst\u00fcck wurde von Menschen aus dem Antiatomwiderstand vor ca. 10 Jahren gekauft und ist beinahe der einzige Ort in der Gegend, der der ANDRA (National Agentur zur Entsorgung von radioaktivem M\u00fcll) nicht geh\u00f6rt. Die zuk\u00fcnftige CASTOR-Bahn, dessen Baubeginn Anfang 2016 ansteht, wird einen Bogen um das Grundst\u00fcck machen. Ab 2025 sollen auf der neuen Bahnlinie 100 Jahre lang zwei CASTOR-Transporte pro Woche stattfinden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.eichhoernchen.fr\/public\/Bilder-fuer-Artikeln\/Bure\/2015_ete_Bure1.jpg\"><img decoding=\"async\" title=\"2015_ete_Bure1.jpg, oct. 2015\" src=\"https:\/\/blog.eichhoernchen.fr\/public\/Bilder-fuer-Artikeln\/Bure\/.2015_ete_Bure1_s.jpg\" alt=\"\"  class=\"img-fluid\" \/><\/a>F\u00fcr die Verwirklichung von CIG\u00c9O hat die ANDRA bereits 3000 Hektar Wald und Landfl\u00e4che gekauft oder getauscht. CIG\u00c9O steht f\u00fcr \u201eCentre Industriel de stockage G\u00c9Ologique\u201c (Industriezentrum zur geologischen Lagerung\u201c. Damit ist die Lagerung von hochradioaktivem Atomm\u00fcll in Argilitgestein\u00a0 (Mischung aus Tonstein und Quarz) in 500 Tiefe gemeint sowie weitere \u201eindustrielle Projekte\u201c wie \u201eSyndi\u00e8se\u201c.<br \/>\nCIG\u00c9O wirkt wie eine atomare Krake: Die Atomlobby bewirbt die Gegend auf einem Prospekt als \u201eCluster atomarer Kompetenz\u201c, Bure ist dort als Zentrum einer Zielscheibe von 80 Kilometer Radius eingezeichnet (1). 360 km unterirdische Stollen sind f\u00fcr das Atomm\u00fclllager vorgesehen. Hinzu kommen Projekte wie \u201eSyndi\u00e8se: Aus 90.000 Tonnen Biomasse j\u00e4hrlich soll Agrosprit gewonnen werden. Ca. 20% der forstwirtschaftlichen Fl\u00e4chen Lothringens (ca. 2000 Hektar Wald) werden dem Vorhaben des CEA(franz\u00f6sische Atomenergiebeh\u00f6rde) zum Opfer fallen.<\/p>\n<p><em>Bild: \u00ab\u00a0Wald entdecken\u00a0\u00bb Greenwashing der ANDRA an der Baustelle in Bure \u2013 Quelle: Eichh\u00f6rnchen<\/em><\/p>\n<p>Die Festlegung auf den Standort Bure erfolgte nicht weil der Untergrund f\u00fcr die Lagerung von Atomm\u00fcll geeignet ist, sondern weil Bure der einzige Ort in Frankreich ist, wo die ANDRA es geschafft hat, sich niederzulassen. Urspr\u00fcnglich vorgesehen war die Untersuchung von verschiedenen Gesteinsformationen, doch der Widerstand war an den ausgew\u00e4hlten Standorten so stark, dass die ANDRA sich erst gar nicht niederlassen konnte.<br \/>\nMit dem Gesetz \u201eBataille\u201c aus dem Jahr 1991 \u00e4nderte die Regierung ihre Strategie: Es war nicht mehr die Rede von \u201eTieflagerung\u201c, sondern von \u201eErkundung\u201c, das Konzept der \u201eR\u00fcckholbarkeit\u201c wurde au\u00dferdem eingef\u00fchrt. Damit sollten die Gem\u00fcter beruhigt werden. Untersucht wurde trotzdem ausschlie\u00dflich in Bure im D\u00e9partement Meuse. Auf Nachfrage verweist die ANDRA darauf, dass andere Gesteinsformationen in Kooperation mit Partnern im Ausland durchgef\u00fchrt wurden (Z.B. die \u201eErkundungen\u00a0\u00bb in der ASSE in Niedersachsen). (2)<\/p>\n<h3 id=\"Verlockung\">Die verlockung des Geldes<\/h3>\n<p>Die Atomlobby hat sich in Bure schleichend und mit viel Geld durchgesetzt. Es war zun\u00e4chst ausschlie\u00dflich die Rede von einem tempor\u00e4ren wissenschaftlichen Projekt, einem sogenannten Erkundungsbergwerk \u2013 und den dazu geh\u00f6renden F\u00f6rdergeldern f\u00fcr die strukturschwache Region. AtomkraftgegnerInnen erkannten darin sofort die Absicht der Regierung, Bure als Standort f\u00fcr ein Atomm\u00fclllager festzulegen und der Widerstand organisierte sich. Die Verlockung des Geldes war aber zu gro\u00df. Lokale PolitikerInnen lie\u00dfen sich \u201e\u00fcberzeugen\u201c und beruhigten sich und die Bev\u00f6lkerung mit dem Argument, es handele sich um ein tempor\u00e4res wissenschaftliches Projekt.<br \/>\nAls Bure schlie\u00dflich f\u00fcr \u201egeeignet\u201c erkl\u00e4rt wurde und den Namen CIG\u00c9O erhielt, emp\u00f6rten sich KommunalpolitikerInnen \u00fcber die T\u00e4uschung. Der Aufschrei war jedoch von kurzer Dauer: Die Durchsetzung des Atomm\u00fclllagerprojektes ging mit mafia-\u00e4hnlichen Mitteln weiter.<\/p>\n<p>Als viele Menschen gegen die im Rahmen des Genehmigungsverfahrens f\u00fcr das Atomm\u00fclllager vorgeschriebene \u201e\u00f6ffentliche Debatte\u201c protestierten, diese als Farce bezeichneten und die Veranstaltungen sprengten, wurde die Debatte ins Internet verlagert. Offizielles Ergebnis ist aber, dass das Atomm\u00fclllagerprojekt ein tolles Projekt ist und Bure ein idealer Standort. Kritik, auch von WissenschaftlerInnen, wurde ignoriert oder als unwesentlich abgetan.<br \/>\nEinige Mitglieder der \u201eCommission du d\u00e9bat public\u201c denunzierten die Machenschaften der Atomlobby und traten zur\u00fcck. (3)<br \/>\nMit CIG\u00c9O kamen dann die n\u00e4chsten Schmiergelder, um die Akzeptanz f\u00fcr das Projekt bei den lokalen PolitikerInnen und der Bev\u00f6lkerung zu erh\u00f6hen.<br \/>\nEiner der zahlreichen Schmiergeldert\u00f6pfe hei\u00dft \u201egroupement d\u2019int\u00e9r\u00eat public de la Meuse (GIP Meuse)\u201c. Der Topf wird mit Geldern der Atomm\u00fcllproduzenten (Staatliche Unternehmen wie AREVA und EDF) gef\u00fcllt und dient der F\u00f6rderung von strukturell schwachen Regionen, in denen Atomprojekte durchgezogen werden. In den von CIG\u00c9O betroffenen D\u00e9partements Meuse und Haute-Marne entspricht es 50 Millionen Euro, Tendenz weiter steigend. Das sind 500 Euro pro EinwohnerIn im D\u00e9partement Meuse. Damit werden z.B. Bauvorhaben von der Gemeinde oder vom privaten Bauherr bezuschusst. In der Gegend um Bure haben alle D\u00f6rfer brandneue rote Laternen, die Fassaden sind sch\u00f6n s\u00e4uberlich saniert.<br \/>\nEs gab anfangs auf kommunaler Ebene Widerstand gegen das Atomm\u00fclllagerprojekt. Die Kommunen, die die Sirenen des Geldes nicht h\u00f6ren wollten, wurden aber unter Druck gesetzt und trocken gelegt. Die widerst\u00e4ndigen B\u00fcrgermeister gaben schlie\u00dflich resigniert auf oder wurden nicht wiedergew\u00e4hlt. Und die B\u00fcrgerInnen, die der Verlockung des Geldes weiterhin widerstehen, werden isoliert.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.eichhoernchen.fr\/public\/Bilder-fuer-Artikeln\/Bure\/2015_ete_Bure2.jpg\"><img decoding=\"async\" title=\"2015_ete_Bure2.jpg, oct. 2015\" src=\"https:\/\/blog.eichhoernchen.fr\/public\/Bilder-fuer-Artikeln\/Bure\/.2015_ete_Bure2_m.jpg\" alt=\"\"  class=\"img-fluid\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>Bild: \u00ab\u00a0Umweltged\u00e4chtnis f\u00fcr die kommenden Jahrhunderte aufbewahren\u00a0\u00bb im Hintergrund das \u00ab\u00a0\u00d6kothek\u00a0\u00bb \u2013 Weiteres Pseudowissenschaftliches Projekt, das vor allem dem Greenwashing dient \u2013 Quelle: Eichh\u00f6rnchen <\/em><\/p>\n<h3>Kahlschagbeschluss im Fr\u00fchtau<\/h3>\n<p>Obwohl die Bev\u00f6lkerung des Dorfes Mandres en Barrois sich 2013 gegen CIG\u00c9O in einer Befragung ausgesprochen hat, tagte der Gemeinderat quasi im Geheimen um 5 Uhr morgens am 2. Juli 2015 \u2013 wohl um eine gr\u00f6\u00dfere Mobilisierung von ProjektgegnerInnen zu verhindern. Mit Geheimzetteln wurde \u00fcber den Austausch von Waldgebieten mit der ANDRA abgestimmt. Der Gemeinderat stimmte schlie\u00dflich f\u00fcr den Austausch, den die Bev\u00f6lkerung nicht will. 220 Hektar Gemeindegebiet werden der ANDRA \u00fcbertragen und somit f\u00fcr den Kahlschlag und f\u00fcr CIGEO freigegeben. Daf\u00fcr erh\u00e4lt die Gemeinde ein 370 Hektar gro\u00dfes Waldgebiet in der Gegend. Der verbitterte Kommentar eines Gegners von CIGEO: \u201eInteressant ist, dass es diese Woche in Montiers, nicht weit von Mandres, eine Volksabstimmung wegen des Baus einer Tankstelle gab. \u00dcber den Austausch von Waldgebieten und CIGEO wird dagegen im Geheimen beraten und entschieden, es gibt keinen Volksentscheid.\u201c<\/p>\n<h3>Atomm\u00fclllager und Wachstum: Thema verfehlt<\/h3>\n<p>Es werden Fakten geschaffen, obwohl das Atomm\u00fclllager noch gar nicht genehmigt ist. Selbst die inzwischen vom franz\u00f6sischen Verfassungsgericht f\u00fcr nichtig erkl\u00e4rte Teilgenehmigung war noch keine endg\u00fcltige Genehmigung f\u00fcr das Atomm\u00fclllager. Die franz\u00f6sische Assembl\u00e9e Nationale hat am 8. Juli 2015 im Schnellverfahren das Macron-Gesetz \u00fcber \u201eWachstum, Wirtschaftsf\u00f6rderung und wirtschaftliche Chancengleichheit\u201cverabschiedet. Dabei wurde Artikel 49-3 der franz\u00f6sischen Verfassung angewendet, dass die Verabschiedung von Gesetzen ohne parlamentarische Debatte erm\u00f6glicht. Die Festlegung auf Bure (Lothringen) f\u00fcr ein atomares Endlager sowie die sogenannte \u201eR\u00fcckholbarkeit\u201c wurden in letzter Minute in dritter Lesung in das Gesetz rein geschoben. Was ein atomares Endlager in einem Wachstums-Gesetz zu suchen hat, bleibt das Geheimnis der franz\u00f6sischen Regierung und der Atomlobby. Das franz\u00f6sische Verfassungsgericht hat das auch nicht verstanden und den Artikel beanstandet. Begr\u00fcndung: Thema verfehlt.<br \/>\n2016 wird ein entscheidendes Jahr sein. Die Regierung hat ein nach dem R\u00fcckschlag mit der Loi Macron ein neues Gesetz angek\u00fcndigt. Die Bauarbeiten f\u00fcr die neue CASTOR-Bahn sind programmiert und die ersten Baumf\u00e4llungen stehen unmittelbar bevor. Um so wichtiger ist es, den Widerstand in Bure bekannter zu machen und zu st\u00e4rken und den Herausforderungen, die die Politik stellt, gewachsen zu sein und das Vorhaben zu stoppen! In diesem Hinblick war das internationale Camp am ehe<br \/>\nmaligen Bahnhof von Lum\u00e9ville ein gelungenes Experiment.<\/p>\n<h3>Internationales antikapitalistisches Camp<\/h3>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.eichhoernchen.fr\/public\/Bilder-fuer-Artikeln\/Bure\/2015_ete_Bure8.jpg\"><img decoding=\"async\" title=\"2015_ete_Bure8.jpg, oct. 2015\" src=\"https:\/\/blog.eichhoernchen.fr\/public\/Bilder-fuer-Artikeln\/Bure\/.2015_ete_Bure8_s.jpg\" alt=\"\"  class=\"img-fluid\" \/><\/a>Die Beteiligung am internationalen antikapitalistischen Camp \u00fcbertraf die Erwartungen seiner InitiatorInnen. Vier leckere Volksk\u00fcchen und ein B\u00e4cker, der sein Brot vor Ort backte, meisterten die Aufgabe, die ca. 800 CampteilnehmerInnen zu versorgen. Den Strom lieferten Solaranlagen und ein Windrad. PressevertreterInnen waren zum Schutz der Privatsph\u00e4re und der Freiheit der Meinungs\u00e4u\u00dferungen in den Diskussionen auf dem Campgel\u00e4nde unerw\u00fcnscht, daf\u00fcr verf\u00fcgte das Camp \u00fcber eine eigene Pressegruppe, die Informationen ver\u00f6ffentlichte und ein eigenes freies Radio verwaltete.<br \/>\nDas Camp war von der Idee gepr\u00e4gt, verschiedene soziale und umweltpolitische K\u00e4mpfe zusammenzuf\u00fchren und den Widerstand in Bure sowohl innerhalb von politischen Bewegungen als auch nach au\u00dfen zu thematisieren. Die Diskussionen wurden durch ehrenamtliche DolmetscherInnen in verschiedene Sprachen \u00fcbersetzt. Das Kollektiv Bla stellte daf\u00fcr die technische Infrastruktur zur Verf\u00fcgung.<br \/>\nAkteurInnen des lokalen Widerstandes in Bure erz\u00e4hlten \u00fcber ihren Kampf, es wurde \u00fcber Unterst\u00fctzungsaktionen f\u00fcr die Gefl\u00fcchteten in Calais berichtet und \u00fcber Fl\u00fcchtlingspolitik diskutiert. Die anstehenden Proteste anl\u00e4sslich des Klimagipfels COP 21 in Paris im Dezember 2015 wurden ausgiebig vorgestellt. Spannend gestaltete sich eine Begegnung zwischen den widerst\u00e4ndigen Landwirten von la ZAD in Notre Dame des Landes und Landwirten aus Bure. Die Landwirte aus Bure haben notgedrungen ihre Fl\u00e4chen an die ANDRA verkauft. Weil in Bure extensive Landwirtschaft auf riesigen Feldern betrieben wird, waren sie nicht genug Landwirte, um sich der ANDRA zu widersetzen. Sie stehen nun vor der Wand, weil die Vereinbarung wonach sie an die ANDRA verkaufen, aber ihre Felder weiter bestellen d\u00fcrfen, nach und nach an Bestand verliert, dort wo die ANDRA die Grundst\u00fccke auch oberfl\u00e4chlich nutzen will, nimmt sie diese in Beschlag. In la ZAD (Abk\u00fcrzung f\u00fcr \u201ezu verteidigende Zone, besetztes Gebiet gegen ein Flughafenprojekt) dagegen haben sich die LandwirtInnen organisiert und die Gegend wieder besetzt. Die Landwirte aus Bure waren von der Begegnung sichtlich angetan.<\/p>\n<p>Erschreckend aber spannend war f\u00fcr die TeilnehmerInnen die Vorstellung der Waffen der franz\u00f6sischen Polizei und die Augenzeugenberichte von Betroffenen polizeilicher Gewalt.<br \/>\nZur Erleichterung vieler AktivistInnen, zeigte sich die Polizei w\u00e4hrend des Camps eher diskret. Es kamen keine dieser schrecklichen Waffen wie Splittergraten oder Falschballs zur Anwendung. Dieses Arsenal wendet die Polizei \u00fcblicherweise gegen Massenaktionen an. Die Aktionen, die vom Camp ausgingen, waren aber eher Kleingruppenaktionen: Wanderung zu der Hochspannungsleitung, Kletteraktion, Stra\u00dfentheater und Aktion \u201eSchei\u00dfe\u201c.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" title=\"2015_ete_Bure6.jpg, oct. 2015\" src=\"https:\/\/blog.eichhoernchen.fr\/public\/Bilder-fuer-Artikeln\/Bure\/.2015_ete_Bure6_m.jpg\" alt=\"\"  class=\"img-fluid\" \/><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.eichhoernchen.fr\/public\/Bilder-fuer-Artikeln\/Bure\/2015_ete_Bure10.jpg\"><img decoding=\"async\" title=\"2015_ete_Bure10.jpg, oct. 2015\" src=\"https:\/\/blog.eichhoernchen.fr\/public\/Bilder-fuer-Artikeln\/Bure\/.2015_ete_Bure10_m.jpg\" alt=\"\"  class=\"img-fluid\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.eichhoernchen.fr\/public\/Bilder-fuer-Artikeln\/Bure\/2015_ete_Bure7.jpg\"><img decoding=\"async\" title=\"2015_ete_Bure7.jpg, oct. 2015\" src=\"https:\/\/blog.eichhoernchen.fr\/public\/Bilder-fuer-Artikeln\/Bure\/.2015_ete_Bure7_m.jpg\" alt=\"\"  class=\"img-fluid\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.eichhoernchen.fr\/public\/Bilder-fuer-Artikeln\/Bure\/2015_ete_Bure11.jpg\"><img decoding=\"async\" title=\"2015_ete_Bure11.jpg, oct. 2015\" src=\"https:\/\/blog.eichhoernchen.fr\/public\/Bilder-fuer-Artikeln\/Bure\/.2015_ete_Bure11_m.jpg\" alt=\"\"  class=\"img-fluid\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.eichhoernchen.fr\/public\/Bilder-fuer-Artikeln\/Bure\/2015_ete_Bure9.jpg\"><img decoding=\"async\" title=\"2015_ete_Bure9.jpg, oct. 2015\" src=\"https:\/\/blog.eichhoernchen.fr\/public\/Bilder-fuer-Artikeln\/Bure\/.2015_ete_Bure9_m.jpg\" alt=\"\"  class=\"img-fluid\" \/><\/a><em>Bilder: Bure Camp Sommer 2015, Quelle <a href=\"http:\/\/vmc.camp\/automedia\/photographies\/\">http:\/\/vmc.camp\/automedia\/photographies\/<\/a><\/em><\/p>\n<h3>Kreative Aktionen<\/h3>\n<p>Die AktivistInnen haben in kreativer Art und Weise den Verantwortlichen von CIG\u00c9O vermittelt, was sie von der Atompolitik halten.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/blog.eichhoernchen.fr\/public\/Bilder-fuer-Artikeln\/Bure\/lampadaire_mandres.jpg\"><img decoding=\"async\" title=\"Lampadaire aninucleaire Mandres, ao\u00fbt 2015\" src=\"https:\/\/blog.eichhoernchen.fr\/public\/Bilder-fuer-Artikeln\/Bure\/.lampadaire_mandres_s.jpg\" alt=\"\"  class=\"img-fluid\" \/><\/a>Eine kleine Gruppe zog durch die D\u00f6rfer und setzte ihr in einem praktischen Kletterworkshop frisch erworbenes Wissen um. Erste Station war Mandres en Barrois. Dort wurde eineAtomkraft \u2013 Nein-Danke-Fahne an einer der neuen roten Laternen gehisst. Es dauerte nicht lange, bis der B\u00fcrgermeister erbost erschien und die Polizei alarmierte, es seien ja \u201eseine\u201c Laternen. Die Polizei beschrenkte sich allerdings darauf, den B\u00fcrgermeister zur\u00fcckzuhalten, als er wegen der Bemerkung einer Aktivistin zu den Schmiergeldern zur Bezahlung der Laternen und den Waldtausch im Fr\u00fchtau handgreiflich wurde.<br \/>\nDann ging es weiter nach Bonnet. Dort wurde ein gro\u00dfes Banner an der Ortseinfahrt zwischen zwei B\u00e4umen aufgeh\u00e4ngt. Als dieses einige Tage sp\u00e4ter abgeholt wurde, zeigten sich AnwohnerInnen entt\u00e4uscht, sie h\u00e4tten gerne weiterhin das sch\u00f6ne bunte Banner am Eingang des Dorfs h\u00e4ngen gesehen.<br \/>\nIn Void Vacon, ca. 30 Kilometer von Bure entfernt, simulierten Menschen aus dem \u00f6rtlichen Widerstand zusammen mit AktivistInnen des Camps einen atomaren LKW-Unfall mitten im Dorf. Der Ort ist eine Drehscheibe f\u00fcr internationale Atomtransporte per LKW (4). Die Aktion war Grund genug f\u00fcr die Pr\u00e4fektur, ein Dementi zu ver\u00f6ffentlichen.<br \/>\nDarin beschwerte sich der Pr\u00e4fekt au\u00dferdem \u00fcber die Aktion \u201eSchei\u00dfe\u201c, diese sei eine inakzeptable Eskalation der Gewalt. In der Nacht vom 7. auf den 8. August wurde Schei\u00dfe aus dem Kompostklo vom Camp vor der Pr\u00e4fektur entladen. Der Pr\u00e4fekt wird in Frankreich von der Regierung in Paris ernannt und sorgt f\u00fcr die Umsetzung der Entscheidungen von Oben vor Ort. Er hat mehr Macht als alle anderen Beh\u00f6rden und VolksvertreterInnen vor Ort. An der Wand des Geb\u00e4udes wurde die Parole \u201eAREVA, REPREND TA MERDE\u201c und \u201eNUCLEAIRE = POUBELLE ETERNELLE\u201c. gemalt (AREVA nimm deine Schei\u00dfe zur\u00fcck, Atomkraft = Atomklo f\u00fcr immer)<br \/>\nIn der Nacht vom 10. auf den 11. August wurde dann einem Verantwortlichen der ANDRA ein Denkzettel verpasst: Emmanuel Hance hat ebenfalls Schei\u00dfe vor seiner Haust\u00fcr erhalten sowie einen gr\u00fcnen Anstrich seiner Fassade, in Anspielung auf das Greenwashing, das er f\u00fcr die ANDRA betreibt. Emmanuel Hance k\u00fcmmert sich um den Kauf und Tausch von Grundst\u00fccken. Sein j\u00fcngster Erfolg ist der Tausch von Waldst\u00fccken in Mandres en Barrois. Er setzt sich so stark f\u00fcr CIGEO ein, dass er selbst innerhalb der ANDRA eine umstrittene Person ist.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.eichhoernchen.fr\/public\/Bilder-fuer-Artikeln\/Bure\/2015_ete_Bure3.jpg\"><img decoding=\"async\" title=\"2015_ete_Bure3.jpg, oct. 2015\" src=\"https:\/\/blog.eichhoernchen.fr\/public\/Bilder-fuer-Artikeln\/Bure\/.2015_ete_Bure3_m.jpg\" alt=\"\"  class=\"img-fluid\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.eichhoernchen.fr\/public\/Bilder-fuer-Artikeln\/Bure\/2015_ete_Bure4.jpg\"><img decoding=\"async\" title=\"2015_ete_Bure4.jpg, oct. 2015\" src=\"https:\/\/blog.eichhoernchen.fr\/public\/Bilder-fuer-Artikeln\/Bure\/.2015_ete_Bure4_m.jpg\" alt=\"\"  class=\"img-fluid\" \/><\/a><em>Bilder: Kletteraktionen in Mandre und vor der ANDRA und Tripodworkshop auf dem Camp \u2013 Quelle: Eichh\u00f6rnchen<\/em><\/p>\n<p>Die Menschen aus den lokalen Widerstandsstrukturen zeigten sich \u00fcber das Camp begeistert und haben nach eigenem Bekunden neue Energie f\u00fcr den weiteren Widerstand getankt. Und sie freuen sich auf \u2013 internationale \u2013 Solidarit\u00e4t und Unterst\u00fctzung bei ihren Aktionen.<\/p>\n<p><em>Eichh\u00f6rnchen<\/em><\/p>\n<p><em><a href=\"https:\/\/blog.eichhoernchen.fr\/public\/Bilder-fuer-Artikeln\/Bure\/2015_ete_Bure12.jpg\"><img decoding=\"async\" title=\"2015_ete_Bure12.jpg, oct. 2015\" src=\"https:\/\/blog.eichhoernchen.fr\/public\/Bilder-fuer-Artikeln\/Bure\/.2015_ete_Bure12_m.jpg\" alt=\"\"  class=\"img-fluid\" \/><\/a>Bild: Aktion in Void Vacon -Quelle: <\/em><a href=\"http:\/\/vmc.camp\/automedia\/photographies\/\">http:\/\/vmc.camp\/automedia\/photographies\/<\/a><\/p>\n<p><em>Titelbild: Bure, 2005 \u2013 Quelle: AAA-west<\/em><\/p>\n<h3>Anmerkungen:<\/h3>\n<p>(1) Die Karte ist unter <a href=\"https:\/\/paris-luttes.info\/chroot\/mediaslibres\/ml-paris\/ml-paris\/public_html\/IMG\/jpg\/carte_bure_wne-2.jpg\">https:\/\/paris-luttes.info\/chroot\/mediaslibres\/ml-paris\/ml-paris\/public_html\/IMG\/jpg\/carte_bure_wne-2.jpg<\/a> dokumentiert<br \/>\n(2) Siehe <a href=\"https:\/\/blog.eichhoernchen.fr\/post\/Lothringen-ein-Atomland-entsteht\">GWR 391<\/a>, September 2014<br \/>\n(3) ebenda<br \/>\n(4) ebenda<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Artikel von Eichh\u00f6rnchen l&#8217;\u00e9cureuille Herausforderungen und Perspektiven f\u00fcr den Widerstand gegen das Atomm\u00fclllagerprojekt in Bure Eichh\u00f6rnchen-Artikel, zuerst in der Zeitschrift GWR 402 von Oktober 2015 erschienen Anfang August 2015 fand in der N\u00e4he von Bure, im franz\u00f6sischen Lothringen, ein gut besuchtes internationales antikapitalistisches Antiatomcamp statt. Ein Zusammenschluss von ca. 60 AktivistInnen aus diversen sozialen und&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":5283,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_locale":"de_DE","_original_post":"http:\/\/bure3iqeqde7ynpluyuubochndt33wwsbkmo7kgf32bmli4zigjwvzid.onion\/?p=5290","footnotes":""},"categories":[423],"tags":[],"class_list":["post-10051","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-cigeo","de-DE"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/bureburebure.info\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10051","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/bureburebure.info\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/bureburebure.info\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bureburebure.info\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bureburebure.info\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10051"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/bureburebure.info\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10051\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10057,"href":"https:\/\/bureburebure.info\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10051\/revisions\/10057"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bureburebure.info\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5283"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/bureburebure.info\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10051"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/bureburebure.info\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10051"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/bureburebure.info\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10051"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}