{"id":14064,"date":"2025-02-08T10:34:14","date_gmt":"2025-02-08T10:34:14","guid":{"rendered":"http:\/\/bure3iqeqde7ynpluyuubochndt33wwsbkmo7kgf32bmli4zigjwvzid.onion\/?p=14064"},"modified":"2025-02-08T10:37:09","modified_gmt":"2025-02-08T10:37:09","slug":"brand-und-explosionsgefahr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bureburebure.info\/de\/brand-und-explosionsgefahr\/","title":{"rendered":"Brand- und Explosionsgefahr"},"content":{"rendered":"<h2>Atomaufsicht warnt vor Brand- und Explosionsgefahr im Endlager Bure<\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>von aaaRed<br \/>\n3. Februar 2025<\/p>\n<p><strong>Die Autorit\u00e9 de s\u00fbret\u00e9 nucl\u00e9aire (ASN), die franz\u00f6sische Atomaufsicht warnt vor einem Risiko von Feuer und Explosionen unter Tage, das in dem geplanten Endlager f\u00fcr Atomm\u00fcll in Bure besteht. Wasserstoff k\u00f6nne, so die ASN, infolge von Radiolyse oder von chemischen Reaktionen zwischen dem radioaktiven M\u00fcll und metallischen oder organischen Stoffen der Container entstehen. In den vorliegenden Unterlagen der Antragstellerin sei nicht ausreichend dargestellt, wie den daraus resultierenden Gefahren zu begegnen sei.<\/strong><\/p>\n<p>Im Genehmigungsverfahren f\u00fcr ein geplantes Atomm\u00fcllendlager im lothringischen Bure hat die franz\u00f6sische Atomaufsicht im Januar eine vorl\u00e4ufige Bewertung der Antragsunterlagen ver\u00f6ffentlicht. Darin signalisiert sie einerseits die generelle Zustimmung zu dem Projekt; andererseits weist sie auf ein relevantes Defizit hin und bezeichnet die Ausf\u00fchrungen zur Gefahr von Feuer und Explosionen als nicht hinreichend. Wie zwei gutachterliche Stellungnahmen zeigten, resultiere aus der Tatsache, dass es in den Stollen zu einer explosiven Wasserstoffkonzentration kommen kann, ein nicht zu vernachl\u00e4ssigendes Risiko. Auf diese Gefahr wurde bereits seit 2012 von dem unabh\u00e4ngigen Wissenschaftler Bernard Thuillier aufmerksam gemacht. Die franz\u00f6sische Atomaufsicht ASN folgt einem Expertengremium und fordert nun von der Betreiberin ANDRA, darzulegen, wie sie bei ihrer Endlagerplanung diesen Gefahren entgegentreten wird.<\/p>\n<p>Wie wenig in den zur\u00fcckliegenden Jahren solche Bedenken und Risiken vom Betreiber ernstgenommen wurden, zeigt das bisherige Festhalten der ANDRA an diesem Projekt. Denn der Hinweis auf die Gefahr von Feuer und Explosionen ist keineswegs neu. Bereits 2013 hat Bernard Thuillier in seinem Beitrag zur &#8222;\u00d6ffentlichen Debatte&#8220; detailliert auf die Brand- und Explosionsgefahr hingewiesen. W\u00fcrde die ANDRA diese Gefahren anerkennen, und w\u00fcrde sie vor allem die Erkenntnis akzeptieren, dass in dem geplanten Projekt ein systematischer Widerspruch nicht aufgel\u00f6st werden kann, dann w\u00fcrde dies das Ende des Endlagerprojekts bedeuten.<\/p>\n<p>Seit Erscheinen des ANDRA-Berichts &#8222;Argile 2005&#8220; setzt sich der Biologe Bertrand Thuillier intensiv mit den Gefahren von Cig\u00e9o auseinander. In Vortr\u00e4gen und auf Konferenzen kl\u00e4rt er B\u00fcrger*innen \u00fcber die Gefahren auf. Nach seiner Auffassung birgt die Einlagerung von Atomm\u00fcll in tiefen geologischen Formationen grunds\u00e4tzlich enorme Gefahren. Einen besonderen Fokus legt er auf die Betrachtung des Explosions- und Brandrisikos. Zugespitzt bezeichnet er Cig\u00e9o als eine Hydrogenfabrik.<a href=\"https:\/\/bureburebure.info\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/1-2-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-14030 img-fluid \" src=\"https:\/\/bureburebure.info\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/1-2-scaled.jpg\" alt=\"\" width=\"2560\" height=\"1810\" srcset=\"https:\/\/bureburebure.info\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/1-2-scaled.jpg 2560w, https:\/\/bureburebure.info\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/1-2-1400x990.jpg 1400w, https:\/\/bureburebure.info\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/1-2-768x543.jpg 768w, https:\/\/bureburebure.info\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/1-2-1536x1086.jpg 1536w, https:\/\/bureburebure.info\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/1-2-2048x1448.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 2560px) 100vw, 2560px\" \/><\/a><\/p>\n<h4>Schlagwetter<\/h4>\n<p>Bei allen Aktivit\u00e4ten unter der Erde spielt Wasser eine gro\u00dfe Rolle. Intensiv ist im Bergbau darauf zu achten, wie gut die Bergwerke gegen Wassereinbruch gesch\u00fctzt sind und wie Wasserzutritte bew\u00e4ltigt werden k\u00f6nnen. An der Asse zum Beispiel ist das ein gro\u00dfes Thema. Dar\u00fcber hinaus geht es bei der Suche nach Atomm\u00fcll-Endlagern grunds\u00e4tzlich um die Frage, wie rasch Wasser die Radionuklide weitr\u00e4umig verbreitet. Auf die hydrogeologischen Zusammenh\u00e4nge des Pariser Beckens, in dem das Cig\u00e9o-Projekt liegt, und die Bedrohung durch eine fl\u00e4chige Kontamination des Grundwassers ist von verschiedenen Fachleuten hingewiesen worden. Bertrand Thuillier konzentriert sich auf einen weiteren Aspekt: Tongestein ist nie homogen. Als Sediment ist es immer eine Mischung unterschiedlicher Mineralien. Und es enth\u00e4lt &#8211; mal mehr, mal weniger &#8211; (Rest-)Feuchte.<\/p>\n<p>Welche Beschaffenheit das Gestein hat, das die Bergleute bei ihrer Arbeit jeweils antreffen, h\u00e4ngt von diesen Komponenten ab: das Mineral und die Feuchte bestimmen, wie fest, wie hart und wie br\u00fcchig es ist. Oder mit anderen Worten: wie stabil. Das ist keine nebens\u00e4chliche Frage, denn es sollen &#8211; mit einer Gesamtl\u00e4nge von 300 Kilometern &#8211; jeweils 400 Meter lange runde G\u00e4nge mit einem Durchmesser von 1,70 Metern gebohrt werden, die keine st\u00fctzende Verschalung bekommen. Die sollen dann bei der Einlagerung mit den hei\u00dfen und strahlenden Beh\u00e4ltern druckaufnehmend ausgestopft werden. Dabei stellt der W\u00e4rmelasteintrag ein gro\u00dfes Problem dar. Das im Stein vorhandene Wasser rings um die R\u00f6hre wird \u00fcber den Siedepunkt hinaus erhitzt. Es verdampft und dehnt sich massiv aus. Das ver\u00e4ndert die seit Jahrmillionen eingepegelten Druckverh\u00e4ltnisse und l\u00e4sst Risse und Kl\u00fcfte entstehen.<\/p>\n<p>Auf diese schwierige Lage kommt nun noch die Einwirkung der ionisierenden Strahlung auf das wasserhaltige Gestein obendrauf. Unter dem permanenten Beschuss von Neutronen zerlegen sich die Wassermolek\u00fcle in ihre Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff; es entsteht das hochexplosive Knallgas. Andere nicht minder gef\u00e4hrliche Gase entwickeln sich: die MAW-Abfallgebinde enthalten eine un\u00fcberschaubare Vielfalt an organischen und anorganischen Stoffen, die miteinander in Reaktion treten. Bl\u00e4hf\u00e4sser, wie sie im Zwischenlager Gorleben zu beobachten waren, liefern einen anschaulichen Hinweis darauf. Hinzu kommen Ger\u00e4te und Batterien, die installiert werden; sie emittieren ebenfalls Gase. Auch wenn dies anf\u00e4nglich keine gro\u00dfen Mengen sind, kommt es zu hochgef\u00e4hrlichen Konzentrationen, wenn sie sich unaufhaltsam aufsummieren. Dadurch w\u00e4chst die Gefahr von Explosionen. Wenn nicht f\u00fcr einen unentwegten Luftzug gesorgt wird, gen\u00fcgt der geringste Funke. Bure w\u00e4re nicht das erste Bergwerk, das wegen &#8222;Schlagwetter&#8220; zusammenbricht.<\/p>\n<h4>Feuer<\/h4>\n<p>Nicht nur, damit die Arbeitenden unter Tage nicht ersticken, sondern auch, um der Explosionsgefahr vorbeugend etwas entgegen zu setzen, muss das Bergwerk also &#8222;bewettert&#8220; werden. Notwendig ist ein best\u00e4ndiger Luftzug, der nicht unterbrochen werden darf. Allerdings steht diese Anforderung jedweden vorbeugenden Ma\u00dfnahmen gegen die Ausbreitung von Br\u00e4nden diametral gegen\u00fcber.<\/p>\n<p>Insbesondere bei den Gebinden mit nicht-w\u00e4rmeentwickelnden Atomm\u00fcll ist die Wechselwirkung zwischen den korrodierenden Metallen und der Vielzahl der aufeinandertreffenden Abfallstoffe nicht voraussehbar. Im ANDRA-Konzept vorgesehen war, diesen M\u00fcll unter Einsatz von gro\u00dfen Mengen an Bitumen f\u00fcr die Einlagerung vorzubereiten. Immerhin konnte im Laufe des Verfahrens erreicht werden, dass die ASN der ANDRA zur Auflage gemacht hat, f\u00fcr Alternativen zu derart brandbeschleunigenden Verpackungen zu sorgen.<\/p>\n<p>Nichtsdestotrotz ist das Risiko sehr hoch. Ein Bergwerk ist kein Kurpark. Unentwegt herrscht ein reger Verkehr der Belegschaft; Ger\u00e4tschaft wird hin- und her gefahren, installiert und wieder demontiert; es wird gebohrt, gemeiselt, gesprengt, Haufwerk aufgeladen, transportiert und abgekippt. Das alles \u00fcber einen Zeitraum von hundert Jahren. Es w\u00e4re ein reines Wunder, wenn es in diesem Gewusel nicht auch vork\u00e4me, dass Unf\u00e4lle geschehen und ein Brand ausbricht &#8211; Feuer, das nur durch konsequentes Abschotten zu ersticken w\u00e4re. Die Fl\u00e4chenbr\u00e4nde, die zur Zeit gro\u00dfe Teile Kaliforniens verw\u00fcsten, liefern ein beeindruckendes Beispiel daf\u00fcr, wie schier unm\u00f6glich es ist, Feuer einzud\u00e4mmen, wenn permanenter Luftzug f\u00fcr eine nicht aufzuhaltende Ausbreitung sorgt. Welchem Risiko will die ANDRA nun vorbeugend begegnen: der Explosions- oder der Brandgefahr? Beides zusammen geht nicht. Die notwendigen pr\u00e4ventiven Ma\u00dfnahmen schlie\u00dfen einander aus.<\/p>\n<p>Schon zuvor hatte es immer wieder Kritik an dem Endlageprojekt CIGEO gegeben.<\/p>\n<p>Auch das franz\u00f6sische Institut f\u00fcr Strahlenschutz (IRSN) hat bereits 2014 auf m\u00f6gliche L\u00fccken im Sicherheitskonzept hingewiesen. Insbesondere was die Bohrungen der Sch\u00e4chte angehe, gebe es noch offene Fragen. So seien die m\u00f6glichen Folgen f\u00fcr das Wirtsgestein \u2013 wie etwa unterirdische Verwerfungen \u2013 noch nicht ausreichend erkundet. Zugleich m\u00fcsse der Schaden am Wirtsgestein so gering wie m\u00f6glich gehalten werden, weil das Gel\u00e4nde nach der Einlagerung des Atomm\u00fclls versiegelt werden soll. Vor dem Start der Bohrungen m\u00fcsse au\u00dferdem die Materialfrage der Atomm\u00fcll-Beh\u00e4lter genau gekl\u00e4rt werden, so das Institut IRSN in einer Stellungnahme. Es bleiben viele offene Fragen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Quelle:<br \/>\n\/www.sr.de\/sr\/ 20.1.25 und 4.11.24<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Atomaufsicht warnt vor Brand- und Explosionsgefahr im Endlager Bure &nbsp; von aaaRed 3. 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