{"id":16485,"date":"2026-01-27T20:22:12","date_gmt":"2026-01-27T20:22:12","guid":{"rendered":"http:\/\/bure3iqeqde7ynpluyuubochndt33wwsbkmo7kgf32bmli4zigjwvzid.onion\/?p=16485"},"modified":"2026-01-28T12:57:26","modified_gmt":"2026-01-28T12:57:26","slug":"heiser-als-atomkraft-fur-einen-schwarzen-fruhling-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bureburebure.info\/de\/heiser-als-atomkraft-fur-einen-schwarzen-fruhling-2026\/","title":{"rendered":"Hei\u00dfer als Atomkraft \u2013 f\u00fcr einen schwarzen Fr\u00fchling 2026!"},"content":{"rendered":"<h1 style=\"text-align: center;\">Aufruf<\/h1>\n<h2 style=\"text-align: center;\">zu einer militanten Offensive gegen CIGEO,<br \/>\ndie Atomkraft und ihre beschissene Welt!<\/h2>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Es scheint, als habe die Anti-Atomkraft-Bewegung in Frankreich und weltweit ihren H\u00f6hepunkt l\u00e4ngst \u00fcberschritten. Und doch r\u00fcckt das Thema Atomenergie heute wieder in den Mittelpunkt des Interesses. Wenn wir auf die aktuellen milit\u00e4rischen Konflikte zwischen verschiedenen Atomm\u00e4chten schauen, die fast bereit sind, den Knopf zu dr\u00fccken, der das globale Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnis neu ordnen w\u00fcrde; wenn wir uns die Entwicklung des nationalen \u201ezivilen\u201d Atomprogramms (Wiederbelebung der Atomkraft) vergegenw\u00e4rtigen oder die schrittweise Umsetzung eines v\u00f6llig unverantwortlichen Konzepts zur Entsorgung radioaktiver Abf\u00e4lle, dann macht das unseren Blick in die Zukunft noch zus\u00e4tzlich d\u00fcsterer. <\/strong><\/p>\n<p>Wir wollen hier nicht alle Argumente wiederholen, die gegen den Einsatz dieser Technologie zur Beherrschung der Bev\u00f6lkerung und &#8211; aus milit\u00e4rischer Sicht &#8211; zur totalen Zerst\u00f6rung sprechen. Diese wurden in der Vergangenheit bereits ausreichend dargelegt und dokumentiert. Dieser Text konzentriert sich vielmehr auf den aktuellen Stand der Anti-Atomkraft-Bewegung in Frankreich sowie auf die sich daraus ergebenden Handlungsm\u00f6glichkeiten aus anarchistischer Sicht.<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Wie stehts derzeit?<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>2025 war ein ereignisreiches und arbeitsreiches Jahr f\u00fcr den Kampf gegen die Atomenergie in Bure und dar\u00fcber hinaus. Auf der einen Seite standen massive Enteignungen durch die ANDRA, die sich landwirtschaftliche Fl\u00e4chen sowie den ehemaligen Bahnhof von Lum\u00e9ville (einer der Orte des Widerstands und der Organisation gegen Cig\u00e9o) aneignete, und die Fortschritte bei den Vorarbeiten innerhalb und au\u00dferhalb des Labors, andererseits die Besetzung des Bahnhofs, das Camp \u201eSeptember infini\u201d und die entschlossene Demonstration im selben Monat. Auch anderswo, in La Hague, kam es zu sichtbaren Protesten gegen die Erweiterung der Abklinganlage f\u00fcr abgebrannte Brennelemente unter dem Motto: Weder in La Hague noch in Bure noch anderswo wollen wir radioaktive M\u00fclldeponien! Auch wenn der Widerstand gegen das zivile und milit\u00e4rische Atomprogramm Frankreichs gemessen am Ausma\u00df des Problems f\u00fcr heutige und zuk\u00fcnftige Generationen relativ gering bleibt, stellen wir eine gewisse positive Dynamik innerhalb der gesamten Anti-Atomkraft-Bewegung fest. Und diese ist absolut notwendig, denn in Zukunft wird die Bewegung und mit ihr die gesamte Menschheit vor gro\u00dfen Herausforderungen stehen.<\/p>\n<p>Derzeit ist der Bahnhof noch immer besetzt, aber es ist unklar, wie lange dies noch andauern wird. Die Besetzer*innen rufen weiterhin dazu auf, sich ihnen anzuschlie\u00dfen und sie zu unterst\u00fctzen, insbesondere durch Solidarit\u00e4tsaktionen; sie haben auch einen Aufruf f\u00fcr den Fall eines R\u00e4umungsversuchs gestartet. Wir unterst\u00fctzen diese Aufrufe und halten es f\u00fcr sinnvoll, im Voraus einen Aktionsplan f\u00fcr den Fall eines Angriffs auf den Bahnhof auszuarbeiten. Wenn die Besetzung erfolgreich fortgesetzt wird \u2013 was wir den Besetzern nat\u00fcrlich w\u00fcnschen \u2013, kann es jedoch problematisch und einschr\u00e4nkend sein, sich nur auf die lokale Situation zu konzentrieren. Angesichts des Fortschritts der Arbeiten an CIGEO halten wir es f\u00fcr sch\u00e4dlich, eine abwartende Haltung einzunehmen, anstatt in die Offensive zu gehen. Wir wollen aber auch nicht diese Ans\u00e4tze gegeneinander ausspielen, um zu bestimmen, welcher der \u201ebeste\u201d ist, denn die juristische Offensive hat sich in ihrer eigenen Strategie wiederholt als wirksam erwiesen. Wir sind der Meinung, dass sich die Praktiken des Widerstands gegenseitig erg\u00e4nzen und verst\u00e4rken m\u00fcssen, und in diesem Sinne ist unser aktueller Vorschlag zu verstehen.<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Der konkrete Vorschlag:<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Unabh\u00e4ngig davon, wie sich die Situation am Bahnhof entwickelt, rufen wir dazu auf, die Fr\u00fchlingsmonate zu nutzen, um eine massive Aktionswelle gegen die laufenden Projekte, die Geldgeber und die Komplizen der Atomindustrie zu starten, und zwar gezielt, dezentral, subversiv und autonom. Wir m\u00f6chten auch die im radikalen Umweltkampf aktiven Gruppen dazu auffordern, die Aspekte der Atompolitik in ihren Diskursen st\u00e4rker in den Vordergrund zu r\u00fccken und sich so in einer k\u00e4mpferischen und solidarischen Perspektive mit dem Widerstand in Bure und der Anti-Atomkraft-Bewegung im Allgemeinen zu verorten. Wir rufen au\u00dferdem dazu auf, diese Aktionen und Forderungen ausdr\u00fccklich im Kontext dieses Aufrufs \u201eF\u00fcr einen schwarzen Fr\u00fchling 2026\u201d zu verorten, um auf informeller und autonomer Basis eine kollektive Dynamik zu schaffen, eine gemeinsame Haltung voranzutreiben und uns so gegenseitig zu st\u00e4rken.<\/p>\n<p>Es liegt auf der Hand, dass eine Kampagne, die sich speziell gegen ein Unternehmen richtet, das neben der ANDRA am Bau von CIGEO beteiligt ist, eine gr\u00f6\u00dfere \u00f6ffentliche Aufmerksamkeit erregen und diesem Unternehmen gr\u00f6\u00dferen wirtschaftlichen Schaden oder Druck zuf\u00fcgen k\u00f6nnte. Wir haben uns dennoch entschlossen, zu einem \u201eschwarzen Fr\u00fchling\u201d gegen den gesamten Nuklearkomplex aufzurufen. Damit wollen wir einerseits die Beteiligung autonomer Strukturen au\u00dferhalb von Bure erm\u00f6glichen und andererseits einer Tendenz entgegenwirken, die wir als eher reduktionistisch betrachten: die Beschr\u00e4nkung der Kritik an der Kernenergie auf lokale Fragen oder die Entsorgung der dabei anfallenden Abf\u00e4lle.<\/p>\n<p>Wir sind n\u00e4mlich \u00fcberzeugt, dass die Anti-Atomkraft-Bewegung nur dann einen Sieg erringen kann, wenn es ihr gelingt, die engen Verbindungen zwischen der Atompolitik und den dr\u00e4ngenden Fragen unserer Zeit st\u00e4rker als bisher aufzuzeigen und daraus Konsequenzen in Bezug auf eine Ann\u00e4herung zu ziehen. Dies gilt nicht nur f\u00fcr globale soziale Herausforderungen wie den Klimawandel und die Ausbeutung von Bodensch\u00e4tzen, die neue kolonialistische Ambitionen sch\u00fcren, sondern auch f\u00fcr milit\u00e4rische Herausforderungen, die zu verheerenden Konflikten f\u00fchren und auch in den kommenden Jahren zu bef\u00fcrchten sind. Denn die milit\u00e4rische Nutzung, der ungebremste Hunger nach Energie und Ressourcen f\u00fcr die Entwicklung von KI, Big Data &amp; Co. sowie der Mythos eines angeblich sauberen \u00dcbergangs in diesem Sektor sind die Haupttreiber f\u00fcr die aktuelle Entwicklung des weltweiten Atomprogramms.<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Die R\u00e4der ein bisschen mehr zum Stillstand bringen<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Mit diesem Aufruf beziehen wir uns bewusst auf die sehr erfolgreiche Kampagne \u201eBegr\u00fc\u00dfe den Fr\u00fchling \u2013 verbrenne einen Tesla\u201c, die im ersten Halbjahr 2025 nicht nur gegen Elektromobilit\u00e4t und die emp\u00f6rende Datenerfassung durch Unternehmen mobilisierte, sondern auch die Verbindungen zwischen der Technologieoligarchie und dem aufkommenden Faschismus hervorhob.<\/p>\n<p>Mit diesem Aufruf \u201ef\u00fcr einen schwarzen Fr\u00fchling 2026\u201d rufen wir dazu auf daf\u00fcr zu sorgen, dass nicht radioaktive Abf\u00e4lle, sondern das CIGEO-Projekt im Untergrund der Maas endg\u00fcltig begraben wird; wir ermuntern dazu, gleichzeitig zu versuchen, die R\u00e4der der techno-industriellen Atommaschine und ihrer Betreiber noch ein wenig mehr zum Stillstand zu bringen. Wir glauben jedoch, dass es h\u00f6chste Zeit ist, ehrlich zu sein. Im Zweifelsfall bedeutet das wom\u00f6glich auch, eigene Schw\u00e4che einzugestehen.<\/p>\n<p>Direkte Aktion und Sabotage k\u00f6nnen ein Mittel sein, diese Schw\u00e4che zu \u00fcberwinden und gemeinsam voranzukommen. Dies gilt jedoch nur, wenn wir die militante Option als das verstehen, was sie ist: ein strategisches Instrument und kein Bekenntnis zu einer radikalen politischen Identit\u00e4t. Dazu muss die Tragf\u00e4higkeit solcher Aktionsstrategien in der Praxis \u00fcberpr\u00fcft werden. Lasst uns gemeinsam danach suchen \u2013 wir erwarten voller Ungeduld eure Beitr\u00e4ge!<\/p>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>Sie k\u00f6nnen alle Blumen ausrei\u00dfen, aber sie k\u00f6nnen den Fr\u00fchling nicht verhindern!<br \/>\n(sagt ein kurdisches Sprichwort)<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aufruf zu einer militanten Offensive gegen CIGEO, die Atomkraft und ihre beschissene Welt! Es scheint, als habe die Anti-Atomkraft-Bewegung in Frankreich und weltweit ihren H\u00f6hepunkt l\u00e4ngst \u00fcberschritten. Und doch r\u00fcckt das Thema Atomenergie heute wieder in den Mittelpunkt des Interesses. 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