Vor dem Bergwerk, das einst errichtet wurde, um ein „Atommüll-Endlager Gorleben“ zu ermöglichen, demonstrierten heute Atomkraftgegner*innen aus dem Wendland ihre Verbundenheit mit den Menschen im Widerstand gegen das Endlager-Projekt „Cigéo“ in Frankreich.

„Den Bahnhof könnt ihr zerstören – aber nicht die Kraft, die ihn lebendig machte! – mit leichter Abwandlung senden wir den alten Slogan von der Räumung des Hüttendorfs 1004 als Gruß und Versprechen aus dem Wendland in die Lorraine. Denn Gorleben ist überall – zum Beispiel auch in Bure.“ Anlass für die Malaktion ist das Urteil eines Verwaltungsgerichts. Das gab am vergangenen Montag grünes Licht dafür, einen bedeutsamen Bahnhof mit polizeilicher Gewalt zu räumen.
Als vorbereitende Arbeit für ein geplantes Atommüll-Endlager Cigéo soll eine Castorbahn errichtet und an das öffentliche Schienennetz der SNCF angeschlossen werden. Wird Cigéo realisiert, dann werden auf diesen Gleisen jedes Jahr 100 Castor-Transporte eintreffen, also jede Woche zwei. Für dieses Vorhaben wird eine seit Jahrzehnten stillgelegte Bahnstrecke reaktiviert. Im Zuge der „Ertüchtigung“ der Strecke wurden Grundstücke und Gebäude enteignet. Eines davon ist der alte Bahnhof Luméville en Ornois.
Anfang der 2000er wurde La Gare – das Bahnhofsgebäude und 8 Hektar umliegende Fläche, mitten auf der projektierten Trasse(!) – gekauft, mit Leben gefüllt und zu einem Zentrum des Widerstands entwickelt. Auch nach der juristischen Enteignung behielt der Ort seine Bedeutung für das lokale und nationale antiAtom-Engagement: Aus dem früheren Wohneigentum wurde eine Besetzung. Und die soll jetzt geräumt werden. Diesen wichtigen Stolperstein für die Endlagerpläne will das Gericht aus dem Weg schaffen lassen.

Im kleinen Ort Bure in Lothringen betreibt die französische Atommüllbehörde ANDRA seit 15 Jahren ein Untertagelabor. Diese Einrichtung soll den Weg dafür ebnen, in dieser Region ein Endlager zu errichten, das sowohl die heißen und hochradioaktiven Brennelemente aus den französichen AKWs als auch die schwach- und mittelradioaktiven Abfallstoffe aufnehmen soll. Ein entsprechender Antrag ist gestellt; obwohl die Aufsichtsbehörde den Antragsunterlagen gravierende Mängel bescheinigt hat, gibt es Signale, dass noch zum Ende diesen Jahres die Erlaubnis für einen Baubeginn gegeben werden könnte.
29/03/2026
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