[Wandlitz/Deutschland] Asphaltwerk von VINCI/EUROVIA brennt – für einen Schwarzen Frühling, für die Gefangenen im Amploniki Fall

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Eine Kreislaufwirtschaft aus Tod und Zerstörung

Angesichts der Klimakrise, extraktivistischer Verwüstungen und imperialistischer Aggressionen spricht ein brennendes Asphaltmischwerk eines der größten Bau- und Infrastrukturunternehmen weltweit eigentlich für sich. Dennoch möchten wir einige Worte über unsere Beweggründe und das betroffene Unternehmen verlieren. Denn VINCI/EUROVIA ist viel mehr als nur ein Asphalt- und Betonproduzent. Das Unternehmen steht für alles, was wir verachten und was diese Welt zu einem Ort voller Unterdrückung, Leid und Elend macht: Autobahnen, Flughäfen, Staudämme, (Abschiebe-)Gefängnisse, Atomanlagen, Kriegsgerät, Öl- und Gas-Pipelines, Bergbau uvm…

Alle, die es wissen wollen, wissen Bescheid: Die Biosphäre ist dabei, unter der grauen Last der Zivilisation zu ersticken. In absehbarer Zeit werden viele Regionen des Planeten aufgrund unserer imperialen Lebens- und Wirtschaftsweise unbewohnbar sein. Verteilungskämpfe um Lebensräume und Ressourcen in einem noch nie dagewesenen Ausmaß scheinen unvermeidlich zu sein. Die gegenwärtigen Eskalationen militärischer Konflikte sowie der erbarmungslose Krieg gegen Migrant:innen auf den Straßen US-amerikanischer Metropolen oder an den Außengrenzen der EU sind bereits düstere Vorboten dessen, was uns erwartet. Es ist längst nicht mehr fünf vor zwölf. Das spätkapitalistische Weltsystem befindet sich mitten in einem tiefgreifenden Umbruch. Krieg wird zur neuen Normalität, während die verbliebene Natur nur noch als Quelle für Rohstoffe dient, die es zu plündern gilt, bevor es andere tun.

Unternehmen wie VINCI profitieren in vollem Umfang von diesen Entwicklungen. Das Unternehmen sichert die Zukunft fossiler Energien, indem es Kernreaktoren, Öl-Pipelines oder Gas-Terminals (wie z. B. in Brunsbüttel) baut, und schöpft gleichzeitig Gewinn aus der Illusion grüner Energie, indem es riesige Windparks oder Wasserkraftwerke errichtet. Mit einem Autobahn- und Straßennetz von mehreren tausend Kilometern und über 70 Flughäfen in 14 verschiedenen Ländern, die von VINCI gebaut und betrieben werden, ist das Unternehmen außerdem ein bedeutender Pfeiler der globalen Transportinfrastruktur. Damit befeuert es Meter für Meter ein parasitäres System, das nur eine Richtung kennt – und diese führt geradewegs in den ökologischen Kollaps. Landgrabbing, Kriege und Genozide sind untrennbar mit dem kapitalistischen System verflochten und haben dessen Siegeszug erst ermöglicht. Unser „Wohlstand” und die westliche Dominanz sind zweifelsfrei Produkte dieser todbringenden (Kolonial-)Geschichte. Im internationalen Ringen um Macht, Einfluss und Ressourcen muss sich der Westen jedoch zunehmend gegen andere Akteure behaupten. Das führt erneut zu sinnlosem Blutvergießen, während es in den Führungsetagen der Rüstungsindustrie für gute Laune sorgt. „Rearm Europe“ lautet der Schlachtruf aus Brüssel, um in dieser Gemengelage zu bestehen und VINCI mischt auch an dieser Front der Aufrüstung und Militarisierung kräftig mit. So hat der Konzern kürzlich das Unternehmen Wärtsilä SAM Electronics übernommen, das mehrere Werften der deutschen Marine unterhält oder bietet Infrastrukturdienstleistungen für Dutzende Einrichtungen der britischen Armee. Kriege und Umweltzerstörungen, die stets mit der Expansion kapitalistischer Ausbeutung einhergingen, zwingen immer mehr Menschen, ihre Heimat zu verlassen. Noch nie waren weltweit so viele Menschen auf der Flucht wie heute. Die „überflüssigen“ Menschenmassen aus dem Globalen Süden werden jedoch mit aller Härte bekämpft, und ihre Fluchtrouten haben sich längst in Massengräber mit unzähligen Toten verwandelt. Auf diejenigen, die es trotzdem bis hierher schaffen, warten aber nicht etwa Empathie und Mitgefühl, sondern Entwürdigung, Rassismus und Repression. Alles Wesensmerkmale welche seit Jahren auch die öffentliche Debatte über Migration in fast allen politischen Lagern prägen und somit den (neo-)faschistischen Tendenzen erheblich Vorschub leisten. Und damit schließt sich der Kreis. Denn auch mit dem Leid der Geflüchteten lässt sich Geld verdienen und VINCI profitiert durch den Bau von Abschiebeknästen und Grenzkontrollstellen vom rigorosen Grenzregime Europas.

Ungeachtet all dessen spricht das Unternehmen gerne von „Verantwortung“ und „Nachhaltigkeit“ und mit Blick auf die umfangreichen Machenschaften von VINCI bekommt auch die viel gepriesene Kreislaufwirtschaft eine völlig neue Bedeutung – mit einem äußerst bitteren Beigeschmack. Ihre Arroganz und Selbstgerechtigkeit sind unerträglich. Wir können und wollen ihrem Geschäft mit dem Tod nicht länger tatenlos zusehen. Deshalb haben wir in der Nacht auf den 11. März, genau 15 Jahre nach der nuklearen Katastrophe von Fukushima, das Asphaltmischwerk des Atomprofiteurs VINCI/EUROVIA in Schönerlinde/Wandlitz erheblich beschädigt und vorübergehend stillgelegt. Dazu wurden an diversen Stellen auf den Förderbändern und an den Stromkabeln der Motoren ein gutes halbes Dutzend Brandsätze platziert.

Dieses Feuerwerk am Brandenburger Nachthimmel soll aber auch ein Zeichen der internationalen Solidarität und Verbundenheit sein. Insbesondere senden wir revolutionäre Grüße in die griechischen Kerker an Marianna M. und Dimitra Z. und alle anderen Gefangenen im Ampelokipi-Fall, denen demnächst der Prozess gemacht werden soll. Liebe und Kraft! Dabei soll nicht unerwähnt bleiben, dass VINCI mit über 500 km Autobahn einer der größten Autobahnbetreiber Griechenlands ist und sich auch an anderen dreckigen Geschäften und Umweltzerstörungen im Land beteiligt. (mehr dazu hier: switch off the Mitsotakis regime!)

Da wir den Frühling kaum erwarten können und mit den ersten Sonnenstrahlen auch unser Tatendrang aufblüht, verstehen wir diesen Angriff auch als ein Echo auf den Aufruf aus Frankreich – „Heißer als Atomkraft,für einen schwarzen Frühling 2026“. Mit tatkräftiger Unterstützung von VINCI errichtet die „Grande Nation“ derzeit eine Mülldeponie für den radioaktiven Abfall ihrer Lieblingsenergie. Diesem Unterfangen stehen jedoch das besetzte Gelände La Gare und eine bunte Widerstandsgemeinschaft im Weg. Deshalb soll der alte Bahnhof nun geräumt werden. Das sehen wir ganz anders und auch deshalb sind wir bemüht „Die Räder ein bisschen mehr zum Stillstand (zu) bringen“ und hoffen, dass unsere Rauchzeichen der Solidarität am Horizont zu sehen sind.

Heißer als Atomkraft – Für einen schwarzen Frühling!

Gegen jeden Krieg – im Iran, Palästina, Kongo, Sudan, Myanmar, Ukraine…

Niemand ist frei bis alle frei sind!

Feuer den Knästen!

In Gedenken an Kyriakos Xymitiris – revolutionäre Herzen brennen ewig!

Und wenn einige nie zurückgekehrt sind, leben sie in jedem Atemzug der Freiheit weiter unter uns. Und wenn einige im Kampf gestorben sind, stehen sie uns doch bei all unserer Taten zur Seite. Und wenn einige früh gegangen sind, gehen sie vor uns her und ebnen uns den Weg. […] Die subversive Erinnerung wirkt wie Benzin für unser Feuer, wie Tinte in unseren Texten, wie Slogans auf unseren Demonstrationen und wie Steine in unseren Taschen. Sie gibt ihrem Tod einen Sinn und ruft zum nächsten Kampf auf. Immer und immer wieder…“ Dimitra & Marianna – Frauenknast Korydallos

Ps: Dobrindt ist ein Idiot und wird wohl nie verstehen, dass es Menschen gibt die Werte haben, welche sich nicht kaufen lassen. Unsere Antwort auf ihre Hexenjagd ist eine einfache Gleichung: eine Million Kopfgeld = eine Millionen Sachschaden. Die Nacht gehört uns! Für mehr feuerspuckende Vulkane!

 

16/03/2026

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